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COMMUNIC

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Communic haben mit ihrem neuen Album „Payment of Existence“ ihr bisher bestes Album abgeliefert. Progressiv und doch Eingängig, Hart aber doch Melodiös, dass sind die Stärken von „Payment of Existence“. Sänger Oddleif Stensland stand uns aus diesem Grund Rede und Antwort, wobei nicht nur das neue Album, sondern auch die musikalischen Vorbilder und die Ähnlichkeit zu Nevermore ausdiskutiert wurden.

Vielleicht kennst du ja das ungeschriebene Gesetzt, dass besagt, dass das dritte Album einer Band darüber entscheidet, ob die Band nun eine Zukunft hat oder nicht…

Oddleif: Hey, Yeah, genau das ist was die Leute sagen. Das schwierige dritte Album *lacht*.

Hat euch diese Tatsache nun speziell unter Druck gesetzt, oder gelang es euch trotzdem locker an die Arbeit für „Payment of Existence“ heranzugehen?

Nun, wir waren uns schon sehr wohl bewusst, dass es nicht leicht werden würde die beiden Vorgängeralben zu Toppen, vor allem da wir dafür ja sehr gute Kritiken in der Presse erhalten haben. Wir haben jedoch versucht, uns darüber nicht den Kopf zu zerbrechen und
uns keine großartigen Gedanken darüber zu machen, was die Leute von uns erwarten. Im Endeffekt haben wir nämlich immer nur die Musik gemacht die wir auch machen wollten, ohne dass wir uns von jemandem reinreden ließen. So haben wir auch diesmal einfach jene Songideen zu Papier gebracht, die uns einfach in den Sinn kamen und uns am meisten Berührt haben, jenes spezielle Gefühl beinhaltet haben, nachdem wir immer und immer wieder suchen. Und wir sind durchaus auch der Meinung, dass die aktuellen Songs unsere bisher
beste Arbeit darstellen, da wir auch endliche unsere Stil definiert haben.

„Payment of Existence“ ist im direkten Vergleich mit euren ersten zwei Alben nicht nur härter, sondern auch eingängiger.
Kannst du erklären wie es zu dieser doch nicht unerheblichen Weiterentwicklung kam?

Aus meiner Sicht haben wir uns über die Jahre konstant in Sachen Songwriting weiterentwickelt, jedoch finde ich auch, dass die aktuellen Songs einheitlicher und im gesamten betrachtet runder wirken. Wie es dazu kam? Wir haben diesmal unseren Fokus einfach darauf gerichtet Songs mit Groove, Melodien und Eingängigkeit zu schreiben, anstatt uns auf die technische Seite, oder wie man das auch nennen mag, zu konzentrieren. Zusätzlich schimmert in den Songs auch noch eine gesteigerte Härte durch, die sozusagen ein Überbleibsel unserer Touraktivitäten ist.

Verbirgt sich hinter dem Album eigentlich eine Art von Konzept?

Es ist kein Konzept-Album, wenn du das meinst. Jedoch gibt es einen roten Faden, der die einzelnen Songs zusammenhält. Die Songtexte sind hauptsächlich vom Kreislauf des Lebens inspiriert, wobei es dem Hörer überlassen ist den tieferen Sinn hinter den Songs zu entdecken. Für mich beschäftigen sich sowohl der Albumtitel wie auch die angestrebte Thematik mit den Opfern, die ein Mensch während seines Lebens erbringen muss um zu existieren. Was alte Zivilisationen alles opfern mussten um die Götte gnädig zu stimmen und wie die „modernen“ Götter uns auch heute noch Opfer abverlangen. Jeder muss was bezahlen um jemand zu werden, um aus der Masse hervorzustechen und nicht einfach eine Nummer unter vielen zu sein. Manche Menschen wachsen vom Schicksal begünstigt auf, während andere dazu bestimmt sind im Waisenhaus groß zu werden. Das Leben ist nun mal unfair und die Macht des Geldes kann dies durchaus ändern. Im Endeffekt dreht sich jedoch alles um die Geburt, das Leben und das Ende, an dem immer der Tod steht.

Mir gefällt das Coverartwork von „Payment of Existence“. Kannst du verraten wer der Künstler ist, der es entworfen hat.

Das Artwork wurde von Jan Yrlund entworfen. Er hatte nur den Albumtitel und die Songtexte als Vorlage, den ganzen Rest hat er aus seiner eigenen Inspiration gestaltet.

Besitzt das Artwork eine tiefere Bedeutung, oder habt ihr es einfach ausgewählt weil es cool ausschaut?

Für mich steht jene Aussage dahinter, dass wenn man sich zu fest auf die eigene Karriere, oder auch den eigenen Erfolg konzentriert und dabei all die kleinen, aber wichtigen Dinge im Leben vergisst, man vielleicht irgendwann mal zwar der König ist, aber gleichzeitig auch was wichtiges in seinem Leben vermisst, egal wie viel Geld man auf der Bank hat.

Für die Produktion von „Payment of Existence“ habt ihr abermals mit Produzent Jacob Hansen zusammen gearbeitet. Würdest du sagen, dass er für euch der perfekte Produzent ist, oder wieso habt ihr euch abermals für ihn entschieden?

Wir sind ins Hansen-Studio zurückgekehrt, da wir die letzten Male schon sehr zufrieden mit der Arbeit von Jacob waren, und auch das Studio gefällt uns sehr. Aus diesem Grund haben wir es nicht für nötig gehalten, in dieser Sache eine Änderung vorzunehmen. Das einzige was sich im Vergleich zum letzten Mal geändert hat ist, dass wir das Schlagzeug diesmal in Norwegen aufgenommen haben. Dies aber aus dem einfachen Grund, da unser Schlagzeuger
Tor-Atles mit seinem normalen Job im Moment mehr als nur ausgelastet ist, und es somit für ihn so bequemer war das Schlagzeug aufzunehmen.

Für eure letzten zwei Alben habt ihr fast nur gute bis sehr gute Kritiken erhalten, so war „Waves of Visual Decay“ z.B. Album des Monats im Metal Hammer und Rock Hard Magazin.
Nun, wie wichtig ist es für euch eigentlich die Meinung der Presse?

Es ist cool zu sehen, dass unsere Musik solch ein gutes Feedback erhält, vor allem da wir dies nie erwartet haben, da unsere Musik ja nicht gerade dem entspricht was andere Metal-Bands heutzutage so abliefern. Auch verschafft einem ein gutes Presseecho Angebote für Festival-Auftritte und Touren, und das Label ist natürlich auch sehr glücklich über solch ein gutes Feedback. Ich würde sagen, dass ein gutes Feedback für ein Label fast schon wichtiger als für uns ist.

Eure Musik ist ein Mix zwischen Power- und Prog-Metal.
In diesem Zusammenhang nun die Frage, welche Power- und Prog-Metal Bands dienen euch bzw. dir als Vorbilder?

Ich persönlich bin am meisten vom amerikanischen Thrash Metal Bands der frühen 90er Jahre beeinflusst. Bands wie Megadeth, Testament und Slayer. Später entdeckte ich die progressive Seite in mir, was mich wiederum in Kontakt mit Bands wie Fates Warning, Queensrÿche und Psychotic Waltz brachte.

Viele Fans vergleichen euch mit der Band Nevermore, da sie in eurer Musik die eine oder andere Beeinflussung durch Nevermore auszumachen scheinen.
Was sagst du dazu?

Es ist mir bekannt, dass viele Leute gewisse Gemeinsamkeiten in Warrel Dane`s und meiner
Art zu singen sehen, und uns deshalb mit Nevermore vergleichen. Dass ich gesanglich ein wenig wie Warrel Dane klinge ist jedoch nicht beabsichtigt, sondern mein Gesang klingt nun mal so. Wenn du jedoch noch eine Junge Band bist, so wie wir es sind, dann ist es nur natürlich, dass Leute einen mit einer gestandenen Band wie z.B. Nevermore vergleichen, da die Leute einen so besser einordnen können. Und für mich ist es natürlich auch ein Kompliment, wenn man meinen Gesang mit dem von Warrel Dane vergleicht, auch wenn ich in keiner Weise versuche wie er zu klingen.

Nun hast du die Chance einen Song von „Payment of Existence“ als Anspieltipp zu empfehlen. Welchen wählst du aus und wieso?

Mein persönlicher Favorit ist ganz klar „Raven’s Cry”. Der Song besitzt alles was uns ausmacht, nämlich Dynamik, Groove, Progressivität und Melodien.

Letzt Frage: Was ist deine persönliche Definition von Heavy Metal?

Meine Definition ist Laut und Hart, von verzerrten Gitarren und stampfenden Drums geprägt.

Ich bedanke mich für das Interview.

Cheers Eye-wink

30. Juni 2008