MINSK SECURITY
Minsk Security sind ohne wenn und aber eine Band, die nicht leicht zu klassifizieren ist. Trotzdem vermag der gespielte Thrash-Alternativ Rock Mix sowohl Live wie auch auf CD mehr als nur zu gefallen. THW hat sich deshalb die beiden Hauptsongschreiber Oliver Schneider (Gitarre) und Michael Suter (Gitarre) gekrallt und mit Fragen gelöchert:
Bevor wir über irgendwas anderes sprechen, möchte ich von euch zuerst Mal wissen, wie eine Schweizer Band dazu kommt sich Minsk Security zu nennen?
Michael: Das war ein spezieller Einfall. Ich war bei Minsk im Trainingslager und bekam von der Sicherheit am Flughafen einen "Minsk Security"-Sticker aufs Gepäck. Diesen klebte ich
auf die Gitarre und als es um die Namens-Findung ging, fanden wir, dass dies ein spezieller und cooler Name wäre. Jedoch ehrlich gesagt auch ein ziemlich seltsamer...
Zum Song "Born to Lead" habt ihr auch einen Videoclip gedreht. Bitte erzähl doch mal ein wenig über die Dreharbeiten und wieso ihr euch gerade für diesen Song entschieden habt?
Michael: Born To Lead ist unser jüngstes Lied vom Album, somit am aktuellsten und in unseren Augen auch eines der besten Lieder auf dem Album. Das Lied hat Punch und einen eingängigen Refrain-Teil. Wir haben uns einige Sachen für den Video-Dreh überlegt, doch mit einem Budget von 0 und wenig Zeit konnten wir keinen großen Aufwand betreiben. So entschieden wir uns den Dreh in kleinem Rahmen an einem Wochenende im Bandraum und mit unserem Freund Björn Gryspeerdt an der Kamera durchzuziehen. Es hat riesig Spaß gemacht und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Auf "Rebornation" debütiert auch euer neuer Sänger Marc Reichen, der laut meiner bescheidenen Meinung eine echte Bereicherung für die Band darstellt. Wie kam es dazu, dass er euer neuer Sänger geworden ist?
Michael: Als unser alte Sänger die Band verließ schauten wir uns auch bei anderen Bands um. Wir haben Marc schon singen gehört und als wir ihn an der Unholy Alliance-Tour getroffen haben wussten wir, dass er der Mann ist! Wir haben ihn eingeladen und einfach Musik gemacht. Es hat sofort harmoniert und heute können wir stolz sagen, dass er eine Top-Besetzung ist und seit wir ihn in der Band haben, unsere Band eine motivierte Einheit geworden ist!
Mit „Rebornation” habt ihr über QLR euer neues Album veröffentlicht, wobei ihr es selber als euer Debütalbum bezeichnet. In diesem Zusammenhang bin ich ein wenig verwundert, da ihr 2006 schon ein Album namens „Safe in Minsk“ veröffentlicht habt. Ist dieses Album nun so zusagen aus euere Biographie gestrichen, oder wieso bezeichnet ihr „Rebornation” als euer Debütalbum?
Oliver: Wir selber betrachten "Safe in Minsk" tatsächlich nicht als vollwertiges Album, sondern eher als Demo. Dies liegt an verschiedenen Sachen. So hatten wir damals zum Beispiel unseren Stil noch nicht wirklich gefunden und waren auch mit der Qualität der Aufnahmen nie richtig zufrieden. Zudem sang auf dem Album noch unser alter Sänger Phillip Thrier, was dem Sound zusätzlich einen anderen Charakter verleiht als mit Marc. Somit können wir die CD einfach nicht mit gutem Gewissen als vollwertiges Minsk Security-Album betrachten, was auch der Grund ist, weshalb wir einige Songs noch mal überarbeitet und für "Rebornation" neu aufgenommen haben.
Eure Beitrag zu Heavy Metal Nation IV hört auf den Namen „1349 Dead End“. Kannst du bitte kurz erklären, mit was für einem Thema ihr euch in diesem Song auseinandersetzt?
Oliver: Ich erkläre sehr ungern um was es in meinen Songs geht, da ich finde, jeder muss für sich selber herausfinden was er in einem Song oder Text findet. Mir selber ist es schon genug oft passiert, dass ich die eigentliche Bedeutung eines Songs erfahren habe und diese mir dann die Freude am Song etwas nahm, da sie nicht meiner Interpretation entsprach.
Du Oliver bist durchaus öfters im Umfeld von QLR anzutreffen, da nicht nur Minsk Security über QLR veröffentlicht haben, sondern auch deine andere Band Scythe & Fury ist über QLR raus gekommen. Auch hast du schon mit Pylon, der Doom-Band der beiden QLR-Bosse Matt und Jan auf der Bühne gestanden und zusammen zwei Songs gespielt.
Würdest du sagen es ist wichtig, dass man solche Verbindungen knüpft, um in der weiten Welt des Metals bestehen zu können?
Oliver: Ja, ich finde es definitiv wichtig, dass Szenen (egal ob Metal oder auch andere) zusammenhalten und sich unterstützen wenn es geht. Denn wenn jede Band für sich alleine was rumbastelt und die Anderen nicht beachtet wird sie nicht weit kommen. Es ist immer wieder gut, wenn man andere Bands kennt auf die man für einen Auftritt zurückgreifen kann etc.
Außerdem macht es mir Spaß in verschiedene Bands hineinzuschauen wie sie Proben etc. (wie zum Beispiel bei Pylon) Da kann man immer wieder auch etwas für die eigene Band lernen.
Gab es eigentlich auch Angebote von anderen Labels, oder war für dich von Anfang an klar, dass „Rebornation” über QLR veröffentlicht werden sollte?
Oliver: Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir andere Labels anschreiben sollten oder nicht, da wir das letzte mal eigentlich sehr zufrieden waren mit QLR. Zudem hatten wir keine Lust ein Jahr oder länger zu warten, bis uns die Labels endlich Antwort geben und etwas in Bewegung setzen. Bei QLR mussten wir zwar fast alles alleine machen, aber wenigstens hatten wir so die Kontrolle darüber, wann und wie die CD erscheinen soll!
Wie schon erwähnt bist du neben Minsk Security auch noch bei Scythe & Fury aktiv. Wieso gerade zwei Bands, was gibt dir Scythe & Fury was dir Minsk Security nicht geben kann und umgekehrt?
Oliver: Die Geschichte ist wohl etwas kompliziert. Scythe & Fury gibt es eigentlich schon bald 9 Jahre in irgendeiner Form, es war quasi die erste Band, die ich gegründet habe und anfangs haben wir auch kaum geprobt, was dazu führte, dass ich mir eine Zweitband suchen wollte. Diese habe ich dann mit Minsk Security gefunden und mich immer mehr darauf konzentriert. Währenddessen hat sich das was heute Scythe & Fury ist etwa 4-mal neu formiert und ebenso oft den Namen gewechselt. Ich habe heute eigentlich nur zwei Bands, weil ich die Zeit dazu finde, es mir mit beiden Bands Spaß macht zu musizieren und mich auch noch niemand rausgeschmissen hat! Scythe & Fury sehe ich zusätzlich eher noch als ein Nebenprojekt, bei dem ich auch etwas ausgefallene Sachen ausprobieren kann, da wir auch nicht auf Konzerte und andere Termine schauen müssen und es eher eine Hobby Band ist.
Ich persönlich mag "Rebornation", doch wie sind ansonsten die Resonanzen auf das Album ausgefallen? Wie gehst ihr im Allgemeinen mit Kritik um?
Michael: Wir wollten eine breit gefächerte Meinung zum Album einholen. Wir wollten uns zum ersten Mal auch von Profis beurteilen lassen und herausfinden, wo
wir stehen. So haben wir die CD an viele Magazine und Online-Magazine verschickt und folglich fiel die Kritik zum Album auch sehr verschieden aus. Über das gesamte Feld gesehen war die Kritik gut bis sehr gut, was uns sehr freute! Die negative Kritik nehmen wir als wichtigen Input, wenn auch nicht alle Kritik von Belangen ist.
Und zu guter letzt der obligatorische Blick in die Zukunft. Was kann man so als nächstes von euch erwarten, schreibt ihr vielleicht sogar schon an neuen Songs?
Oliver: Wir haben tatsächlich bereits einen neuen Song geschrieben, welchen wir auch ein paar Mal live gespielt haben und der eigentlich sehr gut angekommen ist. Wir waren auch schon im Studio um diesen neuen Track aufzunehmen. Wenn wir mit dem Ergebnis zufrieden sind, werden wir ihn unter Umständen zum Gratisdownload auf unserer Homepage anbieten. Ansonsten bin ich noch an ein paar neuen Songs am arbeiten und soviel ich weiß Michael ebenso. Wir teilen uns die Arbeit da immer etwas auf, da wir eigentlich die Hauptsongschreiber sind. Aber wir haben momentan eigentlich noch keine Pläne für eine weitere CD, was sich dann aber wohl ergeben wird wenn wir wieder genügend Material (und Geld) zusammen haben...
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